Neuigkeiten

Witzenhausen desolat

 

In der Ermschwerder Straße 22 und 24 in Witzenhausen haben sich Mieter zusammengeschlossen, weil ihre Wohnungen in einem unhaltbaren Zustand sind. Der Vermieter kümmert sich nicht darum, die zahlreichen Mängel zu beseitigen – das Dach ist etwa undicht, die Heizung lässt sich oft nicht regulieren, manchmal geht wochenlang kein Warmwasser. Stattdessen fordert er noch mehr Miete. Jetzt haben zwei WGs und zwei Familien den Konflikt öffentlich gemacht. Und sie scheinen nicht die einzigen zu sein: Auf einer Papptafel, das die Bewohner*innen an der Straße angebracht haben, gab es zahlreiche Kommentare über Probleme mit Wohnungen und Vermieter*innen.

 


Interkommune-Seminar beim Lebensbogen

 

Vielleicht habt Ihr Interesse an Kommunen, könnt Euch aber noch nicht so richtig vorstellen, wie das Leben in einer solchen Gemeinschaft aussieht? Ihr wollt in eine Kommune einsteigen oder selbst eine gründen? Ihr wollt Euch informieren über Gemeinsame Ökonomie und Entscheidungen im Konsens? Ihr wollt Euch mit Menschen austauschen, die in Kommune leben oder darüber nachdenken?

Interkommune-Seminare können vielleicht dabei behilflich sein, Eure Fragen zu beantworten: Ein letztes Mal in diesem Jahr laden die Kommunen in der Region Kassel zu einem langen Wochenende ein, an dem Ihr die Gemeinsamkeiten der Gruppen, aber auch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Herausforderungen kennenlernen könnt.

In Workshops geben Menschen aus den Gemeinschaften ihre Erfahrungen weiter und stehen für Eure Fragen zur Verfügung. Von der Kommune, in der Ihr untergebracht seid, macht Ihr Ausflüge zu den anderen Gemeinschaften, lernt die Gebäude und Plätze kennen.

3. bis 6. Oktober 2019, Lebensbogen, Zierenberg
(Anmeldeschluss: 23. September)
Unterbringung: Matratzenlager
Anmeldung: iks-anmeldung@lebensbogen.de

 


30. August

Leben im freien Fluss

 

Regine Beyß, Kommunardin der   Kasseler Villa Locumuna, schreibt in der Monatszeitschrift Oxi über eine Grundvoraussetzung, unter der wir uns zusammengeschlossen haben.

„Wer wenig verdient oder besitzt, hat den gleichen Zugang zu Ressourcen wie die, die viel verdienen oder besitzen. Alles allen! Die Erfüllung unserer Bedürfnisse ist nicht mehr davon abhängig, ob wir eine bestimmte Gegenleistung erbringen.“

Wir legen in den Kommunen die Einkommen zusammen und wirtschaften gemeinsam. Wir versuchen, so „das Wirtschaftssystem im Kleinen auszuhebeln“. Es ist unsere Idee einer realen Utopie inmitten einer Welt voller Ungerechtigkeiten, in der nur wenige Menschen über so viel Geld und Ressourcen verfügen wie Milliarden andere zusammen. Doch es ist ein Ansatz, der – konsequent weiter gedacht – auf eine Kritik der gesamten Tauschlogik stößt, die eine der Grundlagen des Kapitalismus darstellt.

„Wieso muss ich überhaupt irgendeine Gegenleistung erbringen, wenn ich etwas essen will?“, fragt Regine. „Wieso kostet es mich Geld, wenn ich mich waschen oder zur Toilette gehen will? Wieso bezahle ich dafür, wenn mir jemand die Haare schneidet? Es wäre doch genauso gut vorstellbar, dass wir uns als Gemeinschaft zusammentun und gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden, ohne Äquivalente tauschen.“

„Waren und Dienstleistungen verlieren dann zwar ihren ‚Tauschwert‘, aber nicht ihren Wert“, schreibt Regine. „Sie sind für mich immer noch wertvoll, weil ich sie brauche und weil ich sehe, dass andere Menschen sie mir zur Verfügung stellen. Statt Tätigkeiten und Gegenstände miteinander zu verrechnen, fließt alles in die Gemeinschaft. Das sichert uns ab – was uns wiederum in die Lage versetzt, unseren Teil beizutragen, z.B. als Gärtnerin, Wassermonteurin oder Friseur.“

In den Interkomm-Regionen im Wendland und der Region Kassel wird ein solcher freier Fluss schon gelebt. Gerade haben wir gratis Fahrräder aus Niederkaufungen bekommen, die dort nicht mehr in Benutzung sind. Ende September findet auch die gemeinsame Kartoffelernte auf dem Interkomm-Acker in Kaufungen statt, und auch Apfelsaft wird untereinander verteilt, ohne diesen zu berechnen. Es wird beraten, ohne Honorare in Rechnung zu stellen.

Auch die Besetzer*innen vom Acker in Eichenberg, mit denen sich einige von uns verbunden fühlen, leben dieses freie Geben und Nehmen, sie haben im Frühjahr überschüssige Jungpflanzen von einigen Gärtnereien geschenkt bekommen und diese angebaut. Jetzt ernten sie im Überfluss und haben das Gemüse auf dem Marktplatz in Witzenhausen verteilt. Sie erhalten wiederum von den Anwohner*innen in Neu-Eichenberg vieles, was sie auf dem Camp gebrauchen können, oftmals in Dankbarkeit, dass sie Protest gegen das völlig irrsinnige Riesen-Logistikgebiet täglich leben.

Regine beschreibt, wie unkompliziert ein solcher Fluss sein kann. Sie schränkt aber auch ein: „Das funktioniert aber nur, wenn ich mich gut versorgt fühle. Wenn ich Angst habe, dass meine Vorräte nicht reichen oder irgendeine externe Rechnung nicht bezahlt werden kann, wird es mitunter eng. Dann kann ich nicht einfach geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Außerdem braucht es wohl immer ein gewisses Gefühl von Gerechtigkeit. Ich will nicht dauerhaft mehr geben als andere, es sollte sich ausgeglichen oder zumindest sinnvoll anfühlen.“

Wenn dieser Fluss nicht nur im kleinen Stil quasi symbolisch geschieht, sondern eine verlässliche Versorgungsstruktur erreicht, dann braucht es viel  Vertrauen dafür. Wenn das nicht vorhanden ist, klappt unsere Art zu leben nicht. Doch wir sind zuversichtlich. Für uns fühlt sich der freie Fluss gut an. Er bringt uns zusammen mit anderen solidarischen Menschen, wir unterstützen uns gegenseitig und das verschafft uns Möglichkeiten, von denen wir sonst nur träumen würden.

 


Wir suchen Unterstützer*innen

Zwar wirtschaften wir nach einem soliden Finanzplan, was uns zuversichtlich stimmt. Aber durch die umfangreiche Fachwerksanierung und die unerwarteten Schwierigkeiten beim Stallausbau steigen die Kosten, so dass wir wohl noch einen neuen Bankkredit aufnehmen müssen. Um jedoch die Summe möglichst gering zu halten, suchen wir weiterhin solidarische Menschen, die uns mit einem Direktkredit unterstützen. Nähere Infos dazu findet Ihr hier.

 


3. September

Lebensbogen sucht Mithilfe

„Fühl mal Kommune, gemeinsame Ökonomie, Konsens, intensive Zeiten des Miteinanders und persönliches Wachstum.“

Die Gemeinschaft Lebensbogen am Dörnberg in der Nähe von Kassel sucht Unterstützung für ihre Kollektivbetriebe und bietet Kost und Logis. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es ein Tagungshaus, eine Gewerbeküche und das Café Helfensteine. Geeignet ist das Angebot für Leute, die das Kommuneleben kennenlernen und mindestens drei Wochen bleiben wollen.

Eingangsgebäude der Gemeinschaft an den Helfensteinen in Zierenberg

 


23. August

Der tägliche Aufstand

 

Auf dem besetzten Acker in Neu-Eichenberg finden jetzt regelmäßig kulturelle und politische Veranstaltungen statt. Am Samstag und Sonntag kommen Aktivist*innen der Kampagne „Make Rojava Green Again“. Am Dienstag macht das fahrende Kino Anda halt und zeigt den Dokumentarfilm „Parchim International“ – er handelt von der wahnsinnigen Idee des chinesischen Geschäftsmannes Jonathan Pang, die mecklenburgische Kleinstadt Parchim zu einem internationalen Drehkreuz des Luftverkehrs zu machen.

Mehr Infos erfahrt ihr über den Twitter-Account der Aktionsgruppe „Acker bleibt!“

In Neu-Eichenberg soll auf einer Fläche von mehr als 80 Hektar ein Logistikgebiet entstehen. Dagegen hat sich Protest formiert, der eine Beibehaltung dieser überaus fruchtbaren Flächen als Ackerland verlangt. Jüngst haben auch Lehrende und Forschende des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel an die Gemeindevertreter*innen von Neu-Eichenberg appelliert, den Acker nicht aufzugeben:

Wir, die Unterzeichner*innen dieser Stellungnahme, fordern Sie als Gemeindevertreterinnen und -vertreter von Neu-Eichenberg daher auf, sich für den Erhalt der 80 ha fruchtbaren Ackerlands einzusetzen und damit die Ökomodellregion Nordhessen zu stärken!

 


16. August

Auf dem Wegweiser verewigt

 

Wir stehen jetzt auch auf dem Wegweiser der Kommune Niederkaufungen, zusammen mit den anderen Interkomm-Gemeinschaften. Die Gemeinschaft am östlichen Kasseler Stadtrand ist mit rund 80 Bewohner*innen die größte Kommune in der Region. Sie gibt es bereits seit 1986 und versteht sich als lebendiges Experiment eines alternativen Lebensstils – wie wir auch. Uns verbindet, dass auch wir ohne Hierarchien solidarischer und ökologisch nachhaltiger miteinander leben und arbeiten wollen.

Am Rande der Kasseler Innenstadt am Tannenwäldchen liegt die Villa Locumuna, in der rund 30 Leute leben. Die Gastwerke dagegen haben ihr Gelände weit draußen direkt am Kaufunger Wald auf einer ehemaligen Forstversuchsanstalt. Hohe Mammutbäume säumen das Areal. “Wir möchten sein einzeln und frei wie ein Baum und brüderlich wie ein Wald”, schrieb der türkische Dichter Nâzım Hikmet. Das ist der Leitspruch der Gemeinschaft, die zurzeit 22 Erwachsene und 13 Kinder umfasst. Von Witzenhausen aus führt eine kleine kurvige Landstraße mit vielen Anstiegen und Gefällen rund zwölf Kilometer durch den Wald dorthin.

Der Lossehof dagegen ist nur wenige Kilometer von Niederkaufungen entfernt am Ortsrand von Oberkaufungen gelegen. Aktuell leben dort 14 Erwachsene. Es ist ein wunderschöner renovierter Bauernhof mit großem Garten direkt am Flüsschen Losse.

Der Lebensbogen befindet sich rund 20 Bahnminuten westlich von Kassel in Zierenberg. Die Gemeinschaft umfasst rund 20 Menschen. Das Gelände des Lebensbogens ist eine ehemalige Jugendbildungsstätte auf dem Dörnberg. Die Kommune betreibt dort ein Tagungshaus und ein Ausflugscafé. Die Aussicht von den Helfensteinen, die direkt gegenüber des Geländes liegen, auf den Habichtswald ist sehr besonders.

 


22. Juli

Beim Ruf des Falken

 

Unsere Turmfalken haben Nachwuchs bekommen. Die beiden Jungen sind gerade flügge geworden, anfangs wurden sie von ihren Eltern mit Mäusen noch aus dem Nest gelockt, doch ihr Radius ist schnell größer geworden. Ihr markantes Rufen begleitet uns nun schon eine ganze Weile. „Ti, ti, ti, ti“. Von überall her scheinen die Mäuse zu kommen. An der Südwand der Scheune stehen auch unsere Tomatenpflanzen. Niemand hatte die Falken eingeplant. Jetzt haben die Jungtiere auf die Pflanzen gekackt. Aber was soll’s. Wir haben das seltene Glück, mehr Falken als Hühner in der Meierei zu haben.

 


12. Juli

Hilfe, unser Dorfladen macht dicht!

Wir sind alle überrascht, dass unser Dorfladen nur ein paar Häuser von der Meierei entfernt zum Ende des Monats schließt. Im Januar noch haben wir Ute und Ernst Swetlik, die über Jahrzehnte den Laden geführt haben, in den Ruhestand verabschiedet. Das halbe Dorf stand vor dem Laden, die Feuerwehr warf den Grill an, wir sangen und stießen auf Ernst und Ute an … Theresa Bernhardt hat den Laden übernommen und gibt ihn jetzt leider auf. Natürlich bedauern wir das und hoffen, dass vielleicht doch noch ein Wunder geschieht und uns der Dorfladen erhalten bleibt.

Im Januar verabschiedeten wir Ute und Ernst Swetlik am Dorfladen.

 


11. Juli

Einzug ins Wohnhaus

 

Ein Etappenziel haben wir fast  erreicht – das Wohnhaus ist bald fertig. Die Räume unterm Dach sind schon bewohnt. Ilan machte Luftsprünge, als er sein neues Kinderzimmer sah. In der Küche und im Bad sind die Bauarbeiten in den letzten Zügen.

Unsere Lokalzeitung, die Hessisch Niedersächsische Allgemeine, hat über uns berichtet. Wir trafen uns mit der Reporterin Nicole Demmer im Garten und sprachen mit ihr über unser Bauprojekt und den Sinn einer Kommune – dass wir nämlich glauben, gemeinsam und solidarisch mehr zu erreichen, als alleine … Am 9. Juli ist der Beitrag erschienen.

 


1. Juli

„Ich will nicht mehr besitzen, als in den Wohnwagen passt“

Farina Regn lebt seit zweieinhalb Jahren in einer Kommune in der Nähe von Kassel, mit der auch wir im Interkomm-Netzwerk verbunden sind. Das Wohnhaus ist gerade fertig renoviert, doch sie zieht es vor, im Wohnwagen zu leben, weil sie gerne draußen im Garten ist – außerdem will sie reduziert leben und nur wenige Dinge um sich herum anhäufen. In einem Interview mit dem Neuen Deutschland erklärt sie, warum sie sich für ein Leben in einer Gemeinschaft entschieden hat:

Ich kann hier im Vergleich zu vielen anderen Wohn- und Lebensformen viel mehr meine individuellen Träume verwirklichen, kann hier im Garten alles mit mitgestalten und mich auch künstlerisch ausleben – das könnte ich in einem handtuchbreiten Streifen vor einem Reihenhaus nicht. Dazu kommt, dass ich mir manchmal Projekte vornehme, die ich gar nicht alleine umsetzen kann. Das muss ich mit Menschen zusammen machen. Ich möchte und kann nicht ohne Menschen leben, brauche aber auch ganz klar meinen Rückzugsraum – hier funktioniert das für mich gut.

Für Farina war es auch eine politische Entscheidung, sich einer Gemeinschaft anzuschließen. In dem Gespräch schildert sie aber auch ihre Zweifel, ob das Kommuneleben vielleicht gar nicht so wirkungsvoll ist, wie sie dachte:

Bringt es das wirklich, wenn wir zusammen gemeinsame Ökonomie machen? Ich bin zwar der festen Überzeugung, dass es dringend Umverteilung braucht, aber ich weiß nicht, ob wir diesen Prozess unterstützen, wenn wir, die wir alle aus einem ähnlichen Milieu kommen, miteinander Geld teilen. Auf der anderen Seite leben wir einen deutlich konsumreduzierten Lifestyle. Wir teilen nicht nur das Geld, sondern auch Autos, Haushaltsgeräte, Camping-Equipment und vieles mehr.

 


25. Juni

Umwidmung

 

 

Noch gibt es die Blicke von drinnen nach draußen durch die kleinen Fensteröffnungen, die so prägend für den Stall in der Meierei sind. Doch mehr und mehr verliert das langgezogene Steingebäude sein altes Gesicht. Nur noch wenig erinnert mittlerweile daran, dass dort einmal Kühe und Schweine gehalten wurden. Manchmal lässt sich sogar schon die neue Bestimmung erahnen: Es soll das Herzstück unseres Projekts werden. Im Erdgeschoss entsteht eine große Küche mit angrenzendem Gemeinschaftsraum, im Obergeschoss schaffen wir Wohnraum.

Die Abrissarbeiten verliefen im Frühjahr zügig. Mit einem Minibagger hoben wir den alten Boden heraus, um neuen Estrich gießen zu können. Auch die Innenwände stehen schon, sie sind mit großen Tonziegeln gemauert. Das marode Dach, das uns große Sorgen bereitete, haben unsere Handwerker*innen inzwischen mit neuen Balken verstärkt.

Manchmal sieht der alte Stall fast wie ein Neubau aus. Und es riecht dort auch nach Baustelle und nicht mehr nach Bauernhof.

 

 


8. Juli

Interkomm-Treffen im Café Kurbad

 

Einmal im Monat treffen wir uns mit Leuten aus den anderen Kommunen in der Region Kassel – um Neuigkeiten auszutauschen und um unser Interkomm-Netzwerk zu beleben. Bislang fanden die Interkomm-Treffen immer in den einzelnen Gemeinschaften statt. Nun aber kommen wir alle zwei Monate auch im Café Kurbad in Kassel zusammen. Wir probieren einen neuen Rahmen aus, die Treffen sollen freier sein als ein Plenum.

Ansätze für gemeinsame Interkomm-Projekte gibt es schon einige: So bauen wir etwa gemeinsam Kartoffeln an, backen über die Kommunegrenzen hinweg Brot und pressen zusammen Apfelsaft. Durchlässiger sollen die Grenzen der Gemeinschaften werden. Ziel ist es, noch mehr in den freien Fluss zu kommen, ohne strikte Regeln fürs Geben und Nehmen.

 


Neu-Eichenberg bleibt Neu-Eichenberg!

 

 

Wie wichtig es ist, Äcker mit guten Böden zu erhalten, hat uns die Trockenheit im vergangenen Jahr gezeigt. Aufgrund der Dürre in Europa ist der weltweite Weizenertrag um 30 Millionen Tonnen eingebrochen. Auch die Maisernte ist deutlich schlechter ausgefallen.

Die Bilanz ist verheerend: Sowohl die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO als auch als auch der Internationale Getreiderat gehen davon aus, dass im laufenden Agrarjahr 2018/19 der weltweite Getreideertrag den Verbrauch nicht mehr decken kann.

Noch können die gefüllten Speicher die Defizite ausgleichen, und die Preise bleiben stabil. Allerdings ist es schon das zweite Mal in diesem Jahrzehnt, dass die Ernten nicht ausreichen. Auch im Agrarjahr 2012/13 gab es globale Defizite, weil US-Farmer unter einer mehrjährigen Dürre litten.

Die Domäne in unserer Nachbargemeinde Neu-Eichenberg, auf der das Sondergebiet Logistik gebaut werden soll, hat eine außerordentliche Qualität. Solche Böden werden für die Landwirtschaft künftig gebraucht. Sie mit Lagerhallen zu überbauen und damit zu zerstören, wäre ein Raubbau, der mit einer behutsamen wirtschaftlichen Entwicklung nichts zu tun hat.

 

 


12. Mai

Ripper am Gartenzaun

Der Streit ums geplante Logistikgebiet wird heftiger – und auch ein wenig seltsam: Ripper fahren seit einigen Tagen durch die Gegend und schlitzen Banner an den Zäunen auf. Auch unseres in der Meierei wurde zerschnitten.

 

 

Auf dem besetzten Acker in Hebenshausen wurden schon neue Plakate gemalt. Seit einer Woche steht das Camp. Der Protest gegen die Monsterhallen nimmt zu. Und natürlich wird er sichtbar bleiben.

 

 


23. April

Falken in der Scheune

 

 

Schon im vergangenen Jahr hatten wir zwei Turmfalken in Unterrieden. Oft hörten wir sie und sahen ihrem Treiben über den Dächern zu. Im Winter waren sie verschwunden. Jetzt sind wieder zwei Tiere aufgetaucht und haben sich im Nistkasten unserer Scheune niedergelassen – was wir insgeheim auch gehofft haben.

 


11. April

Überraschungen im Stall

 

 

Mittlerweile haben wir mit dem zweiten Bauabschnitt auf dem Hof begonnen, dem Ausbau des ehemaligen Stalls. Im Erdgeschoss sollen dort unsere Gemeinschaftsräume und Büros hinkommen, im Obergeschoss Wohnräume. Es ist eigentlich ein solider Bau aus den 50er Jahren. Dachten wir zumindest. Doch der Schein trügt. Wäre der Stall ein einfacher Küchenschrank, er würde wohl auf den Sperrmüll landen. Wir haben lange überlegt, ob wir das ganze Dach abnehmen und erneuern müssen. Letztlich haben wir uns dagegen entschieden und versuchen nun eine behutsame Sanierung. Das Problem ist die Dämmung aus Plastik und Styropor, die wir in der Holzdecke fanden. Das Material hat die Feuchtigkeit nicht durchgelassen; die Konstruktion ist dadurch marode geworden. Fast alle tragenden Balken in der Decke müssen nun ausgetauscht werden.

 


27. März

Filmteam auf dem Hof

 

 

„Alte Orte – neues Leben“ ist ein Film übers Bewahren alter Gebäude und eine Doku übers Landleben. Er zeigt die Arbeit des Witzenhäuser Vereins Bau- und Wohnkultur, der sich mit viel Elan um den Erhalt und die Renovierung alter Häuser kümmert. Auch wir haben von ihm viel Unterstützung bekommen, als wir vor zwei Jahren auf der Suche nach einem Haus für unsere Gemeinschaft waren.

Der Film lief gerade im Hessischen Rundfunk. Wir kommen darin nur am Rande vor. Das Drehteam besuchte uns im Herbst, als der Verein eine Fachwerk-Sprechstunde auf der Baustelle durchführte. Bemerkenswert ist das, was der Lehmbauexperte Dieter Brauch am Rande der Sprechstunde über jene sagte, die alte Fachwerkhäuser als Geldanlage betrachten, die denken, sie könnten Frankfurter Immobilienpreise in Witzenhausen generieren: „Die machen 30 Jahre nichts an ihrem Haus. Jedes Jahr wird aber das Auto in die Werkstatt gebracht – zur Wartung. Aber das Haus wurde nicht gewartet. Und dann wollen die nach 30 Jahren einen Oldtimer-Preis haben. Das geht natürlich nicht. Das Haus ist inzwischen verfallen.“ Das ist Jammerschade. Aber kein Einzelfall.

 


9. März

Moderner als Beton

 

Lehm. Wir bauen mit Lehm – wie schon unsere Großeltern und deren Eltern. 40 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Lehmhäusern. Wir restaurieren ein altes Fachwerkhaus, verwenden althergebrachte Techniken und lernen das Material zu schätzen. Auch manche Architekten sehen im Lehm einen Baustoff der Zukunft. Immerhin wird rund 40 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes durch die Bauindustrie verursacht. Lehm könne die ökologische Bilanz wesentlich verbessern, erklärt die belgisch-malische Architektin Odile Vandermeeren in der Süddeutschen Zeitung. „Das Material wird lokal gewonnen und zerfällt wieder. Außerdem erspart es oft eine Klimaanlage.“ Darauf setzen auch wir. Im Sommer sollen die Lehmwände die Räume kühl halten, im Winter hilft das Material, die Wärme zu halten.

Vandermeeren hofft auf eine Renaissance des Baustoffs und hat ein Netzwerk von im Sahel arbeitenden Lehm-Architekt*innen, Baumeister*innen und Künstler*innen gegründet. Der kollektive Elan sei beeindruckend, sagt sie. Die Herausforderungen allerdings auch: „Der Lehmbau hat sich seit Jahrtausenden kaum weiterentwickelt. Jetzt experimentieren wir mit neuen Materialien. Etwa der Beimengung von Pflanzenfasern. Oder gebrannten Erdkacheln auf dem Putz, die den Lehm gegen die Erosion der Regenzeit schützen.“

 


17. Februar

Bautage

An unseren zurückliegenden Bautagen haben wir viel Besuch bekommen. Alle werkelten wir im Haus in irgendwelchen Ecken rum – und quatschten natürlich miteinander. Viele Arbeiten liefen gleichzeitig: Alte Tapeten und loser Putz kamen runter, die ersten Kabel von der Elektrik liegen mittlerweile, die Fensterbauer brachten Wetterschenkel an. Unsere Nachbarn kamen mal kurz rüber.

Mittags aßen wir Suppe oder Risotto am langen Tisch. Später gab’s Kuchen oder Apfelstrudel. Am Wochenende sogar draußen auf dem Hof in der Sonne …

 

… Dann ging es weiter. Türen einbauen, die letzten Gefache zumauern, Stroh vor die Balken tackern, damit der Lehmputz darauf halten kann.

Danke an alle, die geholfen haben!

Nun ist langsam ein Ende der Baustelle ist absehbar. Wir schleppen weitaus weniger Schutt heraus, als noch vor einigen Wochen. Wenn nichts dazwischenkommt, sollen im Sommer die ersten Leute einziehen können.

Inzwischen laufen die Planungen für den Ausbau des Stalls, der an das Wohnhaus angrenzt. Das ist der nächste Bauabschnitt und wird noch einmal eine Herausforderung werden.

 


24. Februar

Plakat vom Schulstreik in Hebenshausen

 

„Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute.“

Greta Thunberg

 


 

 


10. Februar

Die ersten Frühblüher wachsen im Garten. Ilan und Malil haben sie für Ana-Luz gepflückt.

 


25. Januar

Dreibein auf dem Acker

Vielleicht ist es ein Vorgeschmack auf das, was kommt.

 

Nun, die dreibeinigen Herrscher aus der Science-Fiction-Serie The Tripods aus den 80er Jahren werden wohl nicht nach Neu-Eichenberg kommen. Zumindest vorerst nicht. Die Künstliche Intelligenz ist noch nicht soweit.

Aber Aktivist*innen besetzten am Freitag für zwölf Stunden den Acker in Hebenshausen mit einem dreibeinigen Gerüst, wie es auch im Hambacher Forst verwendet wird.  Eine Person saß auf einer Plattform in rund fünf Metern Höhe. Die Polizei hätte es schwer gehabt, sie dort herunterzuholen. Sie versuchte es auch gar nicht, schließlich war es nur eine symbolische Besetzung – aus Protest gegen den Verkauf von 80 Hektar Ackerfläche aus dem Landesbesitz an das Immobilienunternehmen Dietz, das dort ein Logistikgebiet bauen will.

„Die Dietz AG muss sich auf erheblichen Widerstand einstellen, falls sie die Pläne weiterverfolgt. Wir können und werden diese Zerstörung nicht zulassen“, kündigten die Aktivist*innen an. „Der Acker gehört mit zu den besten Böden, die es auf der Welt gibt. Eine Privatisierung und Versiegelung dieser Flächen ist in Zeiten von Klimakrise ein Schritt in die falsche Richtung. Wir brauchen einen grundlegenden Systemwandel mit völlig anderen Mobilitätskonzepten und mit lokal organisierter Produktion und Verteilung.“

 

Die Blockade reihte sich ein in einen Aktionstag der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Neu-Eichenberg“. Am Freitag endete die Frist, in der Bürger*innen eine Stellungnahme zur Änderung des Bebauungsplans für das Sondergebiet Logistik in der Gemeinde abgeben konnten. Nach einem Demo-Zug durch Hebenshausen übergaben rund 100 Leute einen Stapel mit 149 Stellungnahmen. Insgesamt sind mehr als 320 schriftliche Einwände eingebracht worden. Damit wird die Gemeinde in den nächsten Wochen zu tun haben 🙂 .

 


22. Januar

Fragen der Nachhaltigkeit

Sibirische Lärche liegt im Trend. Ihr Holz wird derzeit häufiger als das der Europäischen Lärche im Handel angeboten. Dabei ist ihre Herkunft fragwürdig, denn es sind oft unberührte Wälder, in denen sie geschlagen wird. Zudem ist der Transport über rund 7000 Kilometer nach Deutschland aufwändig. Dennoch ist der Preis für das russische Holz in der Regel niedriger als der für das europäische Pendant. Für unsere Fenster im Wohnhaus lag der Einkaufspreis für Europäische Lärche rund 15 Prozent über dem der Sibirischen. Rational ist das nicht zu erklären.

Denn die Hölzer sind sich ähnlich: Die Sibirische Lärche (Larix sibirica) wächst durch das Klima bedingt recht langsam und zeichnet sich durch enge Jahresringe aus. Ihr Holz schimmert gelblich. Die Europäische Lärche (Larix decidua) dagegen hat ein rötliches Kernholz und je nach Herkunft dichtere oder breitere Jahresringe. Wächst sie im Gebirge, etwa in den Alpen, dann ist sie ähnlich witterungsbeständig wie die Sibirische Lärche. Aufgrund der unterschiedlichen Qualität bevorzugen viele Schreiner*innen aber die Exporthölzer. Dabei weisen Umweltschützer*innen regelmäßig darauf hin, dass viele Bäume in Sibirien illegal geschlagen werden. Der WWF geht davon aus, dass nahezu jeder zweite Baum in Russland aus dem Raubbau kommt und dadurch oft naturbelassene Wälder zerstört werden.

Für uns stand daher außer Frage: Wir setzen auf heimische Hölzer und nehmen eventuelle kleinere Qualitätseinbußen beim Holz in kauf – sowohl bei den Fenstern, als auch der Fassadenverschalung. Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist uns wichtig, obwohl wir die Mehrkosten dafür Wohl oder Übel anderswo einsparen müssen.

 


14. Januar

Fundstück aus Großalmerode

 

Als wir die alten Ziegel von dem Mansarddach abgedeckt haben, sahen wir, dass keiner wie der andere war. Alle Dachpfannen sehen ein wenig unterschiedlich aus. Sie schimmern seidenmatt, sind teils umbrafarben, teils gehen sie ins Rotbräunliche oder Gräuliche über. Auf einem dieser in Großalmerode gefertigten Ziegel entdeckten wir eine Jahreszahl – 1839. Von Hand in den Ton geschrieben.

Witzenhausen gehörte zu der Zeit noch zum Kurfürstentum Hessen. Aus Großalmerode wurden die Ziegel zumeist mit dem Pferdewagen ausgeliefert. Viele Häuser in der Gegend sind mit diesen Ziegeln gedeckt. Erst mit dem Bahnanschluss im Jahre 1884 wurde eine Verladung mit der Bahn möglich. Witzenhausen war ab 1915 über die Gelstertalbahn nach Großalmerode angeschlossen. Die Lieferungen erfolgten dann auch überregional. Doch längst ist die Bahnstrecke stillgelegt worden. 2002 fuhr der letzte Zug von Eichenberg kommend an Unterrieden vorbei über die Werrabrücke nach Witzenhausen-Süd.

Unsere Ziegel haben wir vorerst im Stall eingelagert. Als Ersatz für das Scheunendach. Dort muss immer mal wieder etwas ausgebessert werden. Gerade in stürmischen Zeiten, in denen wir bekanntlich leben.

 


21. Dezember

Ausgepackt

 

 

Sechs Monate war das Wohnhaus hinter den grün schimmernden Netzen des Gerüstes verdeckt. Wir hatten uns schon daran gewöhnt, wie an den langen Sommer und wie jetzt an die dunkle Jahreszeit. Containerweise Schutt trugen wir aus dem Haus, wir mauerten, sägten und schraubten. Unsere Bau-AG plante, die Fachleute schritten voran, andere halfen nach Kräften. Immer wieder kamen Freund*innen vorbei und packten mit an. Ohne sie wären wir noch längst nicht soweit, wie wir jetzt sind. Vielen Dank dafür!

Vor vier Tagen war es dann soweit, das Gerüst kam weg. Wir standen da und staunten, wie sehr sich das alte Haus verwandelt hat. Nichts erinnert mehr an die Teerpappe, die das Gebäude jahrzehntelang verkleidete. Es dominieren nunmehr andere Materialien, Holz, Lehm, Stroh, Sand, Papier und Hanf. Pünktlich zur Wintersonnenwende können wir zum nächsten Bauabschnitt übergehen und kümmern uns nun um den Innenausbau. Wir brauchen Strom und Wasser, bekommen neue Fenster, verputzen die Wände und erneuern die Dielen. Die Tage werden wieder länger, wir sind optimistisch, dass wir auch das schaffen.

PS: Die „Contraste“ – Zeitung für Selbstorganisation – hat uns in der Januar-Ausgabe ermöglicht, über unser Projekt zu schreiben. Den Beitrag findet ihr hier.

 


9. Dezember

Rote Linie auf dem Acker

 

 

Das Signal war deutlich. Mehr als 900 Menschen standen am Samstag bei strömendem Regen auf dem Acker in Hebenshausen und zogen eine rote Linie. Auch einige von uns waren dabei – um zu zeigen, dass niemand solche Monsterhallen in der nordhessischen Landschaft braucht. Niemand benötigt die Billigjobs in der Logistikbranche, die Befürworter*innen versprechen. Niemand braucht den Schwerlastverkehr, mit all dem Krach und Dreck. Das Logistikgebiet ist eine Idee von vorgestern – für die Zukunft mit dem bevorstehenden Klimawandel taugt es nicht. Das erkennen immer mehr Menschen. Der Protest wird größer und intensiver. Viel mehr Leute stellten sich am Samstag in den Regen, als bei der Landtagswahl in der Gemeinde CDU oder SPD wählten. Ignoriert werden kann die Bewegung nun an nicht mehr!

 


4. Dezember

Keine Abschiebungen nach Italien!

 

Wir finden es nicht akzeptabel, dass eines 54-jähriger Mann aus Äthiopien am Montag von Witzenhausen aus nach Italien abgeschoben worden ist. Menschenrechtsorganisationen und Gerichte haben in der Vergangenheit immer wieder Zweifel geäußert, dass Geflüchtete in Italien würdevoll leben können. Seit der Regierungsbeteiligung der rechten Partei Lega hat sich die Situation für Geflüchtete zusehends verschlechtert. Zudem ist es unverantwortlich, einen Menschen, der psychische Beschwerden hat und ärztlichen Beistand benötigt, zu deportieren und abzuschieben.

 


28. November

Beitritt zum Mietshäuser Syndikat wird konkret

Wir haben uns vergangenen Samstag auf der Mitgliederversammlung des Mietshäuser  Syndikats in Hannover vorgestellt. Das ist ein wichtiger Schritt, um dem Syndikat beizutreten. Mehr als hundert Häuser umfasst das Netzwerk mittlerweile. Wir hoffen, dass es uns den Rücken stärkt, damit wir unser Projekt stemmen können. Zugleich haben wir uns damit festgelegt: Einer unserer politischen Schwerpunkte in den kommenden Jahren wird die Wohnungsmisere sein. Mit dem Syndikat werden wir aktiv den Ansatz unterstützen, vier, fünf, sechs – viele Häuser dem Immobilienmarkt zu entziehen.

 


26. November

„Immer ist nur die Rede ist von Wachstum und Wettbewerb. Unser Begriff von Wohlstand ist sowas von rückständig, sowas von daneben.“

Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber am Freitag in
Neu-Eichenberg. Mehr dazu hier

 


13. November

Gemeinsame Kasse

 

Wir haben einen weiteren Meilenstein genommen: Es brauchte ein paar Monate Vorlauf, aber jetzt haben wir die Gemeinsame Ökonomie eingeführt. Die Schneewittchen-Situationen in WGs haben wir damit hinter uns gelassen – diese leidigen Fragen, wer wohl vom Becherchen getrunken oder vom Tellerchen gegessen hat. Wir fühlen uns beschwingt, jetzt ein bisschen mehr gemeinsame Sache zu machen. Wer mehr zu dem Thema Gemeinsamer Ökonomie lesen möchte kann dies hier tun.

 


23. September

Hoffest

 

Am Samstag waren unsere Türen und Tore geöffnet. Bei Kaffee, Kuchen und Kürbissuppe gab’s Infos zur Vergangenheit und Zukunft des Hofs. Überrascht waren wir wohl alle, dass viel mehr Leute kamen als gedacht.

Wir führten unsere Gäste über das Gelände, daran schlossen sich oft lebhafte Gespräche an. So trafen wir auch drei ältere Frauen, die unmittelbar in der Nachkriegszeit auf dem Hof lebten und uns ihre Geschichten erzählten. Für uns war es natürlich interessant, mehr über die Alte Meierei zu erfahren.

Am Nachmittag führte die Bürgerinitiative aus Neu-Eichenberg ein Theaterstück auf, und den Abend ließen wir am Lagerfeuer und dem ersten Scheunenkonzert mit dem Liedermacher*innen Duo „Spezielle Geräusche für landwirtschaftliche Grauzonen“ ausklingen.

 


4. September

Bärenkirmes

 

 

Vom 31. August bis 3. September fand in Unterrieden die jährliche Bärenkirmes statt. Wenn auch nicht mit Umzugswagen (den haben wir uns für das kommende Jahr aufgehoben 😉 ), so waren wir immerhin mit einem offiziellen Banner vertreten. Natürlich haben wir pünktlich zum Highlight des Jahres die Fachwerksanierung abgeschlossen. Und weil wir schon dabei waren, das Gerüst zu schmücken, hängten wir gleich noch ein zweites Banner gegen das geplante Logistikzentrum in der Nachbargemeinde Neu-Eichenberg auf.

 


7. August

Sommerlochlöcher

 

Heiß ist es. Sehr heiß. Und trotz der Hitze schaffen unsere Zimmerleute und wir unermüdlich. Die Baustelle geht voran, auch wenn es auf den ersten Blick einen anderen Anschein hat. Denn gefühlt werden für jeden neuen Balken, der ins Ständerwerk kommt, zwei weitere entnommen. Typisch Fachwerkbaustelle: Es ist immer mehr Arbeit als erwartet, und trotz dieser Erwartung kam es in der Intensität dann unerwartet. Wir sind aber frohen Mutes und so geht es weiter. Im Moment noch Balken für Balken und schon bald Stein für Stein bzw. Lehmziegel für Lehmziegel …

 


30. Juni

Wir richten uns ein …

 

Trotz des Lärms und Staubs wird es immer gemütlicher auf der Baustelle. Wir haben ein zweites Zimmer im „Kleinen Haus“ hergerichtet, und die Außenküche ist inzwischen mit fließend Wasser versorgt. Im Garten blüht es, und wir haben die erste Sauerkirschmarmelade mit eigenen Kirschen in der Außenküche gekocht.

 


17. Juni

Nachbar*innen-Café

 

Wir haben unsere Nachbar*innen auf Kaffee, Kuchen, Tee und Saft eingeladen. Die Resonanz war gut, der Austausch auch. So kann es weitergehen.

 

 

 


8. Juni

Gerüst steht

 

Anfang der Woche ging es auf einmal ganz schnell. Kaum stand das Gerüst, konnten wir es kaum erwarten, das Haus auszupacken. Wir wollten sehen, wie es unter der Verkleidung aussieht. Zusammen mit unseren vier Wandergesell*innen, die den Sommer über bei uns sind, haben wir das Geheimnis gelüftet. Und siehe da: Wunderschönes Fachwerk, mit Balken die teilweise über 200 Jahre alt sind. Jetzt heißt es, Holz bestellen und Fachwerk ausbessern – es gibt einiges zu tun. Weiteres hier.

 


22. Mai

Gruppentreffen auf dem Gelände

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über Pfingsten fand unser Gruppentreffen zum ersten Mal auf dem Gelände der Meierei statt. Von Freitag bis Montag hatten wir viel Zeit, um als Gruppe den Hof kennenzulernen – vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Dabei galt es, neben wichtigen Entscheidungen, die diskutiert und getroffen werden wollten, auch den besten Platz für die Morgen- und Abendsonne zu finden.

 


12. Mai

Gruppenbautag

 

Heute hatten wir den ersten größeren Gruppenbautag. Mit dabei waren Leute von der Kommune Niederkaufungen, vom Lossehof aus Oberkaufungen und einige Freund*innen und Bekannte aus Witzenhausen. Mit etwa 15 Leuten haben wir so wesentlich mehr geschafft, als wir uns für den Tag vorgenommen hatten. Ein fettes Danke an alle, die uns tatkräftig unterstützt haben! 🙂 Ein paar Eindrücke gibt es hier.

 


24. April

Illegale Abschiebung verhindert

 

In der Nacht von Sonntag auf Montag (22. auf 23. April) kam es in Witzenhausen zu einem illegalen Abschiebeversuch. Die Polizei drang ohne Vorwarnung gegen ein Uhr Nachts in das Zimmer des Betroffenen und seiner Mitbewohner*innen in der Ermschwerder Straße ein und riss sie aus dem Schlaf. Bei dem Versuch, die Abschiebung zu verhindern, wurden viele Protestierende durch den Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray verletzt. Polizisten setzten auch einen Hund ohne Maulkorb ein. Der Betroffene wurde einige Stunden nach seiner Festname aufgrund des Protestes und der Intervention seiner Anwältin wieder freigelassen. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die versucht haben, die Abschiebung eines Nachbarn und Freundes zu verhindern, und freuen uns über so viel Solidarität der Witzenhäuser*innen!

Mehr dazu hier.

 


10. April

Baustellenvorbereitung

 

Langsam aber sicher beginnen wir mit den Baustellenvorbereitungen und decken dabei die ganze Spannbreite ab: Von A wie Abriss (kleinerer Anbauten des kleinen Hauses damit ein Baugerüst aufgestellt werden kann) bis Z wie ziemlich viel Papierkram (Ja – immer noch. Zum Beispiel Zuschussbeantragung im Rahmen der Dorferneuerung). Nebenher wurden heute die ersten Bohnen im Garten vergraben, Die Apfelbäume geschnitten und Zäune entfernt. Und weiter geht’s …

 


12. März

Es ist vollzogen!

 

Heute, am Montag, den 12. März, haben wir uns nach einem guten Jahr voller Kennenlern- und Kaufprozess mit dem Noch-Besitzer der alten Meierei, Robert Langer (2.v.l.), beim Notar zur Unterzeichnung des Kaufvertrags getroffen. Die Tinte sollte mittlerweile trocken sein.
Volle Fahrt voraus. Wir kommen! 🙂

 


4. März

Verspäteter Winterschlaf

 

 

Der Februar hatte es in sich: Wir mussten fast den ganzen Monat auf die Eintragung ins Handelsregister warten, und das bedeutete Stillstand im Kaufprozess. Seit Freitag sind wir jetzt aber endlich mit der MenschMeierei GmbH eingetragen und so nehmen wir wieder Fahrt auf! Die angepassten Verträge wurden vollends fertiggestellt, von den zwei Geschäftsführer*innen unterschrieben und eingetütet. Die neue Woche wird also mit einem Gang zur Post und einem Telefonat mit dem Notar beginnen. Und mit etwas Glück können wir schon Ende der Woche den Kaufvertrag unterschreiben. Der Frühling kann also kommen!

 


31. Januar

Vom Verein zur „Kapitalgesellschaft“

 

Es gibt sie jetzt: Die MenschMeierei GmbH! Und dafür war einiges vonnöten: GmbH-Vertrag erstellen, nicht-eingetragenen Verein gründen, Notartermin, Kontoeröffnung und die Einlage von 25.000 Euro tätigen. Jetzt müssen wir nur noch darauf warten, dass wir beim Handelsregister eingetragen werden. Damit uns beim warten nicht langweilig wird, gilt es, die gut 40 Direktkreditverträge in doppelter Ausführung an die neue Rechtsform anzupassen. Nebenbei wird natürlich noch der Bauplan überarbeitet und mit dem Architekt und weiteren Menschen abgestimmt – aber das nur am Rande. Das Gute ist, dass wir bezüglich des Kauftermins weiterhin optimistisch sind! Mitte Februar ist Stichtag!

 


30. Dezember

Jahresresumé und Ausblick

 

Das erste Jahr wäre fast geschafft und wir können auf einiges zurückblicken: Nach unserem ersten Gruppentreffen im Januar 2017 gab es schon einiges an Bewegung innerhalb der Gruppe. Einige gingen und einige kamen – ein stabiler „Kern“ war dabei jedoch immer dabei, und seit etwa drei Monaten stabilisiert sich die Gruppe. Wir haben erfolgreiche Kaufverhandlungen mit dem Besitzer der Alten Meierei geführt, mit dem wir uns auch so ziemlich gut verstehen. Eine erste Immobilie wurde schon gekauft (siehe weiter unten) und so ganz nebenbei kamen auch noch 6.000 Quadratmeter Ackerfläche und ein knapper Hektar Streuobstwiese dazu. Das ist doch mal gar nicht so wenig für das erste Jahr.

Und jetzt heißt es: Auf ins zweite Jahr! Der Kauf der Meierei soll Mitte Februar abgeschlossen werden. Zusammen mit unserem Architekten und weiterer Unterstützung durch umliegende Kommunen und Privatpersonen sitzen wir an der Bauplanung. Im Sommer 2018 kann also mit einer Sommerbaustelle gerechnet werden, auf der helfende Hände immer gerne gesehen werden!

Zu guter Letzt wechseln wir noch unsere Rechtsform.